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catalogue of improvisation 2007

Im Frühjahr und Herbst 2007 fanden die ersten 6 Konzerte unserer Reihe
"catalogue of improvisation" statt, mit 6 verschiedenen Gästen an 5
unterschiedlichen Orten.
Grundidee von „catalogue of improvisation“ ist es, anhand einer Konzertreihe sehr diverse Herangehensweisen an improvisierte Musik erlebbar zu machen.
Durch die ästhetische Konstanz des mollschen gesetzes werden die individuellen Ansätze der Gäste in einen klaren Rahmen gestellt und damit auch mit Erkenntnisgewinn vergleichbar.

Zudem werden mit den Gästen zusammen die grundlegenden Parameter der Improvisationen, wie etwa Zeitstruktur von Musik/Pausen, Materialauswahl etc für jedes Konzert neu verhandelt und konzeptioniert. Die Gäste repräsentieren sehr unterschiedliche Genres aktueller Musikphänomene : experimenteller Minimal-Techno (Institut für Feinmotorik), New Yorker Downtown-Avantgarde (Elliott Sharp), neue Musik (Tilbury, De Alvear, Mitterer), Medienkunst (Negron / Orozco), und avancierte skandinavische Vokalexperimente (Sidsel Endresen).
Ergänzend dazu das mollsche gesetz, dessen konzeptioneller Ansatz immer
nach nachvollziehbaren Regeln gestaltet sein wird. Das Publikum erlebt die
Entstehung von Musik an der Quelle, durch die Offenlegung der wichtigsten Parameter entsteht ein zusätzlicher intellektueller Reiz, den
Gang der Klänge nachzuverfolgen.

 

 
 

1. Konzert : 2. Mai 2007 Designpost Köln -----------------------------------------
das mollsche gesetz trifft Maria de Alvear (voice),
Luis Negron & Juan Orozco (videokunst)

"...Ist schon das Trio im Innern ein Produkt aus drei mal eins, multipliziert
Maria de Alvear nicht nur Klang und Bewegung ihrer Stimme, sondern
eben auch den Sinn der Worte oben drauf. Ensemble und Alleingang sind
die Pole, dazwischen liegen Welten: verästelte Quintette, mikroskopierte
Urlaute, gedehnte Aufschreie, kollektive Beschwörungen, vereinzeltes
Staunen, manchmal auch ein kleines Lied."

 

 

2. Konzert : 8. Mai 2007 Neptunbad Köln ----------------------------------------
das mollsche gesetz trifft John Tilbury (piano)

"...Der 1936 geborene Tilbury, hochverdienter Veteran des legendären Scratch Orchestra, kann ohnehin nicht nur fantastisch kratzen, sondern viel besser noch streicheln: über die Tastatur, die wie zufällig dann Töne freigibt. Neugierig blicken die in die Runde, statt frech zu behaupten, sie wüssten immer, wo es hin geht. Am Ende der Expedition ist nichts gefunden als der gemeinsam zurückgelegte Weg."

 

 

3. Konzert : 14. Mai 2007 Girkeller Köln -----------------------------------------
das mollsche gesetz trifft Elliott Sharp (guitar & clarinet)

"...Eine Berg- und Talfahrt. Enorme Betriebsamkeit auf engstem Raum,
Tempo, wenn nicht gar Eile, dann wieder weitschweifende Blicke
über brache Flächen mit vereinzelten Punkten am Horizont.
Allein der Platz zwischen den Sätzen ist gleich groß, erstreckt sich
über eine kurze Viertelminute. Kein gleiches Gewicht,
statt dessen: Absatz, Einschnitt, Verschnaufpause."

 

   

 

4. Konzert : 11. September 2007 Johanneskirche Düsseldorf --------------
das mollsche gesetz trifft Wolfgang Mitterer (orgel & electronics),
Luis Negron & Juan Orozco (videokunst)

"...Während die Ränder des Geschehens zerfließen bis tief in die stillen
Minuten hinein, brodelt es im Innern, wird die Totale von neuen
Impulsen gestärkt, von langen Linien umschnürt, neu gefärbt oder
in der Perspektive gedreht. Gelegentlich türmen die Klänge sich
bis hoch unter das Gewölbe auf und genießen die Größe, die
der Raum ihnen verleiht.
Mittendrin fliegen himmlische Wesen und rätselhafte Worte
über die Bildflächen von Luis Negron und Juan Orozco, nähren
Assoziationen, die der Ort schon geweckt hat, erzählen kleine
Geschichten, legen Fährten, auch zum Klang, und führen in die Irre."

 

 

5. Konzert : 23. Oktober 2007 Stadtgarten Köln -------------------------------
das mollsche gesetz trifft
Sidsel Endresen (voice)

"...Von der famosen norwegischen Stimmakrobatin Sidsel Endresen
sind keine Auskünfte zu erwarten: Was sie zu erzählen hat, erzählt sie
in fremden Sprachen, in wechselndem Dialekt. Botschaften aus
einer anderen Welt, Rituale einer fernen Kultur oder einfach Kindergebrabbel?
Nach und nach dehnen und entfalten sich die vereinzelten Laute zu
klaren Tönen, schmiegen sich dichter aneinander, bilden Ketten,
formen Kurven und Linien, die oft um feste Achsen kreisen, als
wollten sie eine selbstgeschaffene Schwerkraft nutzen. Lieder ohne
Worte, gewiss, aber letzen Endes sind es eben doch Lieder.
Wovon sie handeln, darüber mag der Hörer ruhig weiter rätseln:
die Musik scheint immer im Bilde."

 

 

6. Konzert : 19. Dezember 2007 Stadtgarten Köln ----------------------------
das mollsche gesetz trifft
Institut für Feinmotorik (turntables)

"...Statt spontaner Reaktion ist gelassene Eigendynamik das Gebot der Stunde. Kratzende, rauschende, mal lauter, mal leiser fließende Wiederholungsmuster werden den Gastgebern nach-, unter- und vorgeschoben - Hintergrund und Abstoßfläche für die, die beweglicher sind. Je weiter sich die Teller drehen
und die Kreise ziehen, desto mehr Toleranz aber zeigt das Gesetz..."

 

   

 

"catalogue of improvisation" wird ab 2009 fortgesetzt !

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